Vertreter der Caritas referiert zum Thema „Sucht“

23. März 2022

Suchtprävention

Mit Hilfe einer aktuellen Statistik gelang es Herrn Sauter, die Sucht-Situation im Landkreis Ravensburg für alle Adressaten im HMG-Cubus heranzuzoomen: Im Jahr 2021 haben demnach von 1761 Klient*innen 31,7% ein Alkohol-, 20,4% ein Opiate-, 11,1 % ein Cannabis- und nur 4,8 % ein Glücksspiel-Problem, um nur einen Ausschnitt aus der Quelle zu nennen.

Obwohl der Suchtmittelkonsum (Alkohol, Zigaretten) bei Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren rückläufig sei und es durchaus in dieser „Ausprobier-Phase“ eskalieren könne bzw. auch eskalieren dürfe, müssten die Eltern dennoch ein paar Aspekte unbedingt im Hinterkopf behalten, um die Jugendlichen möglichst gut durch die Schulzeit bzw. ins Berufsleben begleiten zu können:

Auch wenn das Rauchen heutzutage – evtl. dank frühzeitig angesetzter Präventionsangebote wie „Be smart, don´t start“ (Antirauchprogramm in Klasse 7) - nicht mehr so beliebt sei, nehme der Cannabis-Konsum ab dem Alter von circa 16 Jahren in den letzten Jahren deutlich zu. Aufgrund des hohen THC- Gehaltes könne sich schnell eine sukzessiv stärker werdende Konzentrationsschwäche zeigen, die irreversibel sei. Falls Eltern zudem Verhaltensauffälligkeiten wie Gleichgültigkeit, Antriebslosigkeit, Passivität feststellen sollten, rät Herr Sauter, die Jugendlichen möglichst früh mit ihrer Sorge zu konfrontieren und notfalls auch gezielt Hilfe von außen anzunehmen. So könne man schulischen und/oder beruflichen Problemen effektiv entgegenwirken.

Die Caritas steht den Eltern oder auch den Jugendlichen direkt bei Fragen und/oder Sorgen zu den Themen „Alkohol, Drogen- und Mediensucht*“ unter „suchthilfen-rv@caritas-bodensee-oberschwaben“ unkompliziert und kostenfrei als Ansprechpartner zur Verfügung. Es gilt hierbei stets die Schweigepflicht.

 

*Herr Sauter machte in seinem Vortrag deutlich, dass es eigentlich noch keine offizielle Diagnose „Mediensucht“ gibt.

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