Erlebnisbericht aus Südkorea

07. Juni 2022

Was ich tatsächlich zuerst bemerkt habe, ist dass die Sprache viel schwerer ist, als sie scheint. Nach ein paar Tagen in Korea schaffe ich es inzwischen, zu kommunizieren, aber nur sehr bemüht. Verständlich ist Koreanisch dafür in Suwon sehr, kein “Dialekt”, der alles durcheinander wirft (das ist z.B im Süden des Landes der Fall).

Was direkt als Nächstes auffällt ist die unglaubliche Gastfreundschaft der Koreaner. Alle hier sind sehr bemüht, mir zu helfen und mir Korea zu zeigen. Das gilt sowohl für die Leute in der Schule als auch vollkommene Fremde im Zug.

Korea hat ein großes Platzproblem in den Städten, weshalb hier tatsächlich die Hochhäuser wie Pilze aus dem Boden schießen. Man kann keine 5 Minuten Autofahren, ohne an einer neuen Stadt vorbeizukommen, die vermutlich innerhalb der letzten 10 Jahre erbaut wurde.

Erstaunlich ist zudem die hohe soziale und physische Sicherheit in den Städten. Dadurch dass an jeder Ecke eine Überwachungskamera hängt, braucht man auch nachts keine Angst haben alleine aus dem Haus zu gehen.

 

 

Suwon ist eine kleine Großstadt keine 30 Minuten von Seoul entfernt. Sie wurde gegen Ende der Joseon-Dynastie um 1790 von König Jeonjo gegründet, indem dieser neben dem Grab seines Vaters eine Festung errichten ließ. Teile dieser Festung, der Palast Haenggung, und die Stadtmauer, sowie die Stadttore sind noch heute erhalten. Auf dem Weg zur Schule fahre ich jeden Morgen daran vorbei. Diese liegt in einem netten Viertel direkt vor der ehemaligen Stadtmauer.

 

 

Die Schule:

 

Die Schule ist ein verwirrender Mix aus modern und altmodisch, denn obwohl die Digitalisierung hier sehr fortgeschritten ist (mir wurden beispielsweise zwei Computer zur Verfügung gestellt und in jedem Klassenzimmer hängt mindestens ein Bildschirm) klemmen die Türen, die mit Vorhängeschlössern verschlossen werden.

Corona wird hier noch immer sehr ernst genommen, die Maske wird nicht abgesetzt, außer zum Essen. Zudem wird beim Einlass in die Schule die Temperatur der Schüler per Wärmebildkamera gemessen.

 

 

Das Mittagessen:

 

Das Essen ist sowohl außerhalb der Schule als auch innerhalb sehr lecker, aber ganz anders. In der Schule gibt es einen Spezialisten für Ernährung, der auf abwechslungsreiche Ernährung der Schüler achtet und jeden Tag ein neues Menü erstellt. Was ich auf jeden Fall jedem empfehle, der scharfes Essen verträgt ist das hier: Tteokbokkie. Das ist eine Art Eintopf, dessen wichtigster Bestandteil Reisküchlein (aus gestampftem Reismehl) sind. Man kann aber auch alles andere hinzufügen!

 

Kulturelle Besonderheiten:

 

An was man sich auf jeden Fall gewöhnen muss ist, viele Begrüßungen zu machen. In der Schule begrüßen die Kinder alle Lehrer auf dem Flur im Vorbeilaufen. Gegenseitig begrüßen die Lehrer sich natürlich auch, es gilt als unhöflich, wenn man als jüngere Person nicht grüßt und als ältere Person nicht zurück grüßt.

Alles in allem lebt es sich hier eigentlich wunderbar. Der Lebensstandard ist ähnlich wie in Deutschland und sobald man sich an kulturelle Stolperfallen gewöhnt hat, hält einen nichts mehr auf… Außer vielleicht die Sprache…

 

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