Erinnerungskultur: Exkursion der Jahrgangsstufe 11 nach Dachau

10. Juli 2022

Am 30.06.2022 startete um etwa acht Uhr unsere Exkursion nach Dachau. Nach einer 2-stündigen Busfahrt und einer kurzen Wartezeit vor dem Konzentrationslager fing unsere Führung in unterschiedlichen Gruppen an. Bevor wir die Gedenkstätte jedoch besichtigten, wurde uns die Vorgeschichte des KZs erzählt.

Vorgeschichte KZ Dachau

Am 30.Januar 1933 ernannte Reichspräsident Paul von Hindenburg den neuen Reichskanzler Adolf Hitler. Hitler nutzte seine Macht, um das Land nach seinen Vorstellungen umzustrukturieren.  Ziel war die Etablierung Deutschlands als Weltmacht. Seine Partei, die NSDAP, verfolgte nationalistische, antisemitistische und fremdenfeindliche Ziele. Akzeptiert wurde nur „die deutsche Rasse“, die sogenannten Arier. Politische Andersdenker, Homosexuelle, Beeinträchtigte, Sinti und
Roma, aber vor allem Juden wurden in Hitlers Diktatur verachtet. So wurde nur wenige Wochen nach Hitlers Machtübernahme das erste KZ in Dachau errichtet. Durch dieses sollten anfangs die politischen Gegner beseitigt werden. Am 22.März 1933 kamen so also die ersten 17 Häftlinge in Dachau an. Eine Zahl, die erstmal eher weniger erschreckend klingt. Denn die Eröffnung des KZs war ein langsamer Prozess und fing harmlos an. Wenn man bedenkt, dass in München täglich ca. 50 Verhaftungen stattfinden, von denen wir nichts mitbekommen, ist es nur schlüssig, dass die Zahl 17 auch keine Aufmerksamkeit bekam. Ebenfalls wurde behauptet, man wolle für Ruhe sorgen, bis sich die Lage im Deutschen Reich beruhigt hätte. Am 29. April 1945 wurde das KZ in Dachau durch Einheiten der US-Armee befreit. Mehr als 200.000 Gefangene waren im KZ Dachau und seinen Außenlagern inhaftiert, mindestens 41.500 starben dort an Hunger, Krankheiten, Folter, Mord oder den Folgen der KZ-Haft.

 

Das Leben der Gefangenen

Wie nicht anders zu erwarten, war das Leben der Gefangenen von Gewalt, Hunger und Erschöpfung geprägt. Kurz nach dem Eintreffen wurden ihnen alle persönlichen Gegenstände wie auch Kleidung entnommen und sie wurden in Häftlingskleidung gekleidet. Auch wurden ihnen die Haare abrasiert, sowohl aus hygienischen Gründen, als auch als Mittel, die Gefangenen gleich aussehen zu lassen. Die Häftlinge wurden nicht mit ihrem Namen, sondern mit einer Nummer angeredet und im System eingespeichert. All dies galt als Mittel, um den Gefangenen ihre Identität zu rauben.

Die hygienische Situation in den KZs war unerträglich. Selbst Menschen, die in der Nähe des KZs vorbeigingen, beschwerten sich über den unerträglichen Gestank, der ihnen entgegenkam. Man will sich dementsprechend also nicht vorstellen, wie die Situation erst innerhalb aussah. Zudem waren die Häftlinge der vollkommenen Willkür der Wachmänner ausgesetzt. Als Beispiel hierfür erzählte unser „Guide“ uns eine Situation, die dies gut beschreibt: Einige Häftlinge arbeiteten auf einem Feld. Als der Wachmann vorbeiging, schrie er sie an, wie unerhört es von ihnen ist, ihn nicht zu grüßen. Einige Zeit später kam er wieder vorbei. Die Häftlinge stoppten ihre Arbeit und grüßten den Wachmann. Daraufhin wurden sie abermals beschimpft, da sie ihre Arbeit gestoppt hatten.

Und dies war natürlich kein Einzelfall. Diese Willkür und das vollkommene Ausgeliefertsein, beschrieben die Häftlinge als enorme Belastung. Denn auf unerwünschtes „falsches“ Verhalten, folgte Bestrafung in Form von Folter oder auch Essens- und Schlafentzug.

Eine Foltermethode, die uns vorgestellt wurde, war das sogenannte Baumhängen. Hierbei wurden die Hände des Opfers hinter dem Körper zusammengebunden und danach an einem Baum, Pfahl oder der Decke aufgehängt. Die Häftlinge mussten diese Schmerzen mindestens 1h, teilweise auch bis zu 3 Tage lang aushalten. Oft führte diese Foltermethode allerdings zum Tod, oder zu schweren Verletzungen, die die Häftlinge arbeitsunfähig machten. Durch Strafen wie diese geriet der Häftling jedoch in eine Art Abwärtsspirale, denn durch den schlechten körperlichen Zustand konnte er seine Arbeit nicht mehr effektiv erledigen und wurde so abermals bestraft.

Dadurch, dass das Lager und somit die Baracken mit der Zeit viel zu überfüllt waren, entstanden weitere Probleme. Anstatt der vorgesehenen 250 Menschen, befanden sich nun 2500 in den Baracken, was dazu führte, dass man sich beim Schlafen abwechseln musste, denn nicht alle hatten Platz, sich hinzulegen und mussten oft stundenlang stehen. Auch führte die Überbelegung zu extremem Essensentzug. Die letzten 16 Monate aßen die Häftlinge täglich gerade einmal 450 Kalorien. Mit dem Wissen, dass der Grundumsatz eines nicht aktiven Menschen etwa 2000 Kalorien beträgt und die Häftlinge 12 bis 14 Stunden täglich arbeiten mussten, verhungerten viele Menschen so.

 

Fazit

Ich finde, dass der Besuch des Konzentrationslagers in Dachau sehr interessant war, allerdings auch sehr bedrückend und erschreckend. Es ist unmenschlich, was zu diesen Zeiten in Konzentrationslagern vorging. Doch umso besser ist es, dass es heutzutage Gedenkstätten wie die in Dachau gibt, die darüber aufklären. Ich denke, es ist sehr wichtig, dass man sich mit der Geschichte beschäftigt, aus ihr lernt und nicht ignoriert und verdrängt, was damals passiert ist.

 

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