Unser Weg zur Unesco-Projektschule

UNESCO-Sommercamp 2015 in Aalen

Vom 22. bis 24. Juli haben wir, das UNESCO-Team, am UNESCO-Sommercamp der UNESCO-Projektschulen Baden-Württemberg am Theodor-Heuss-Gymnasium in Aalen teilgenommen. Unter dem Projekttagsmotto „Come together – gestalte die Welt von morgen“ wurden Ergebnisse und Erfahrungen ausgetauscht, die Welterbestätte Limes besucht, sowie kooperative und historische Workshops durchgeführt.
Die zwei erlebnisreichen Tage in Aalen waren wieder eine tolle Möglichkeit, zu sehen, was andere Schulen für vielfältige Projekte im Schulalltag unterbringen um die UNESCO-Ziele zu erreichen. Mit motivierten, engagierten und tatkräftigen SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern werden wir unserem Ziel, anerkannte UNESCO-Projektschule zu werden, Schritt für Schritt näher kommen!

Teresa Frischknecht, Ann-Sophie Ries, Kim Reiter, Sarah Singer, Nora Streit (Klasse 10b)

Projekttag 2014

UNESCO-PROJEKTTAG AM HMG
„Welterbe – mach dich stark für Vielfalt“
So lautet das Motto der diesjährigen internationalen Projekttage der UNESCO-Projektschulen, zu denen neuerdings auch das Hans-Multscher-Gymnasium gehört. Aus diesem Anlass organisierte die Schule unter Leitung von Lehrerin Dr. Sandra Gehrke am vergangenen Montag einen Projekttag, an dem die Klassen 5 bis 11 teilnahmen. Gemeinsam mit Schülern, Eltern und Lehrern wurden insgesamt 46 Workshops angeboten, die am Vormittag im Schulhaus, draußen auf dem Schulgelände und in der näheren Umgebung stattfanden.
Seit Dezember 2012 ist das HMG als UNESCO-Projektschule in das Baden-Württembergische Schulnetzwerk aufgenommen worden – als eine von 29 Schulen im Land, eine von 200 in Deutschland und eine von 9000 Schulen weltweit. Seit November 2013 besteht eine UNESCO-Projektgruppe aus Schülern, Eltern und Lehrern am HMG, die sich für die Ziele und Werte der Organisation einsetzt: Menschenrechts-und Demokratie-Erziehung (das HMG bildet seit 2008 Streitschlichter für Konfliktbewältigung aus), Interkulturelles Lernen (Schüleraustauschprogramme seit 1982 mit Frankreich und Italien), Umwelterziehung (NwT-Projekt „Nachhaltige Stadt Leutkirch“), Globales Lernen (seit 1990 Hilfsaktion für ein Schulzentrum in Bolivien), Welterbe-Erziehung (Workshops und Ausstellungen mit dem englischen Künstler Robert Koenig – „Odyssey“).
Das vielseitige Kurs-Angebot machte dem Motto der Veranstaltung alle Ehre: Die „Vielfalt“ spiegelte sich in den Kursen wider, die von Eltern und Lehrern an diesem Morgen durchgeführt wurden: Die Themen reichten von Sport, Ernährung, Handarbeit, Musik, Bildender Kunst bis hin zu Schach, Cybermobbing, Geografie oder Floristik. Das Besondere an dem Projekt war, dass durch die Einbeziehung von Eltern professionelle Fachkräfte von außen ins Schulleben einbezogen werden konnten.
So zeigte Frau Maute-Schick ihrer Gruppe, wie richtige Körperhaltung aussieht. Als gelernte Physiotherapeutin konnte sie den Interessierten am Knochenskelett im Gymnastikraum ganz genau erklären, wie sich eine Fehlhaltung auswirkt und wie man sich richtig bewegt.
Beim „Schnupperkurs Alphorn spielen“ in der Mensa konnten sich 10 Schüler an diesem Morgen unter Leitung von Stadtmusikdirektor Wolfgang Halder und Lehrerin Katrin Halder versuchen. Bevor sie sich an das schwierige Instrument wagten, gab es einen Film, der die Herstellung von Alphörnern zeigte.
Der Physiksaal der Schule war an diesem Morgen in ein wahres Blütenmeer verwandelt. Floristmeisterin Maria Brinkmann brachte eine bunte Sammlung von Blumen und Gräsern mit, um mit ihrer Gruppe Sträuße und Kränze herzustellen. Viele der Mädchen machten so etwas zum ersten Mal und waren total begeistert. „Es ist toll, die Tricks und Kniffs zu lernen!“, erklärte Annika aus der 8c und zeigte voller Stolz ihren Türkranz.
Was man aus einer alten Jeans noch alles machen kann, zeigte Sonja Tolkmitt ihren 12 Kursteilnehmerinnen. Die Hose, die sonst weggeworfen oder in die Altkleidersammlung wandern würde, erfuhr unter Leitung der gelernten Bankkauffrau, die Nähen zu ihrem Hobby erkoren hat, eine äußerst interessante Verwandlung: Aus 1 Jeans schneiderten die Schülerinnen 1 Handtasche, 1 Kissen, 1 Dekoherz und einen Schlüsselanhänger!
Aber nicht nur Eltern zeigten an diesem Morgen ihre Fähigkeiten, erfrischend für die Schüler war ganz sicher auch, ihre Lehrer einmal in einer ganz anderen Rolle zu erleben: So saß Physik-und Mathelehrer Tobijas Kotyk in Raum 306 vergnügt in der Häkelrunde und fertigte eine Mütze für seinen kleinen Neffen. Mathelehrer Albrecht Blattner zeigte seiner Gruppe zusammen mit Zimmermeister Thomas Brinkmann, wie man Holzverbindungen fachmännisch herstellt. Bio-und Chemielehrer Sebastian Pfister gab mit seiner E-Gitarre einen Blues-Workshop und Oberstufenberaterin und Deutschlehrerin Johanna Hofmann zeigte ihrem Kurs, zu dem auch 2 Jungs gehörten, wie man einen Schal häkelt oder strickt.
Direkt in den Karneval in Rio einzutauchen schien man in Raum 108: Einen Höllenlärm machten die 12 Schüler, die unter Anleitung von Andrea Fischbach brasilianisch trommelten. Die Lehrerin, die in Kempten in einer Samba-Gruppe spielt, brachte echte brasilianische Trommeln mit und heizte ihren Kursteilnehmern gewaltig ein. „Ich finde es cool, schon allein wegen der Fußball-WM in Brasilien, da hörte man im Stadion auch solche Musik“, erklärte Julius aus der 5c.
„Die UNESCO versteht das Bewahren des Welterbes in Natur und Kultur als zentrale Aufgabe“, erklärt Dr. Sandra Gehrke. Ihrem nachhaltigen Engagement ist es zu verdanken, dass das HMG heute zu den UNESCO-Projektschulen zählt und damit „einen sehr wichtigen Status erreicht hat.“Im Austausch mit anderen Projektschulen und in der regelmäßigen Teilnahme an Projekttagen wie diesem sieht die Geografie-Lehrerin eine große Bereicherung des kulturellen Lebens an der Schule.

Maria Bertele

UNESCO-Welterbe-Camp 2014

Alle zwei Jahre einigen sich die 200 deutschen UNESCO Projektschulen auf ein gemeinsames Projekt. Thema des internationalen Projekttags 2014 ist „Welterbe Erde- mach dich stark für Vielfalt“. Die Ergebnisse des Projekttags sollten in einer gemeinsamen Aktion am Ende des Schuljahres in einem „Welterbe-Camp“ zusammengetragen werden. Die Bodenseeregion mit zwei Weltkulturerbestätten eignet sich besonders dafür. Da das HMG UNESCO Projektschule werden möchte, gibt es seit diesem Schuljahr ein kleines UNESCO Team, das unter Leitung von Frau Gehrke den Projekttag am 28.07. organisiert und durchdacht hat. Auch wenn wir noch keine UNESCO Projektschule sind, haben ein paar SchülerInnen an dem informativen Camp am Bodensee teilgenommen:
Am Mittwochmorgen, 16. Juli, fuhren wir fünf SchülerInnen (Linda Waldhoff, Sarah Singer, Nora Streit, Felix Eisenmann, Jonathan Bergmann) mit Frau Gehrke zum Welterbe-Camp in die Nähe von Radolfzell. Wir bezogen unsere Zelte und waren beeindruckt von dem weiträumigen Areal mit Fußball- und Beachvolleyballplatz, Tischtennisplatte, Lagerfeuerstelle, usw. sowie der idealen Lage direkt am See. Es kamen SchülerInnen aus ganz Baden-Württemberg im Alter zwischen 8 und 18 Jahren, auch Kinder mit Behinderung waren dabei. Es war ein ganz gemischter Haufen, der durch das gemeinsame Ziel des Camps, Ideen für die nächsten Projekttage und sonstige Aktionen an den Schulen zu sammeln und sich auszutauschen, vereint wurde. Die LehrerInnen waren alle hochmotiviert, engagiert und tatkräftig, sodass eine sehr produktive und freundliche Atmosphäre entstand.
Am ersten Nachmittag nahmen wir an Workshops teil, wie zum Beispiel Kanufahren, Besuch der Insel Reichenau, Brot backen, Filzen, Zumba, historische Spiele,…
Abends berichteten ein paar Schulen von ihrem Projekttag und anderen Aktionen ihrer Schule. Von Pflanzaktionen über den Verkauf von Fairtrade-Produkten am Automaten und einer Modenschau von Fairtrade-Kleidung war alles dabei, was auf das Welterbe Erde aufmerksam macht. Besonders toll fanden wir, dass eine Schule für körperlich und geistig Behinderte einen Austausch mit einer ähnlichen Schule in China auf die Beine gestellt hat.
Am Donnerstag haben wir uns alle in Birnau die Kirche im Barock-/ Rokoko-Stil angesehen und sind von dort nach Uhldingen zum Pfahlbautenmuseum gelaufen. Die Pfahlbauten wurden 2011 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt, weil noch sehr viel Material aus Stein- und Bronzezeit vorhanden ist, da es im Wasser nicht dem Sauerstoff ausgesetzt ist. Wir haben eine Führung gemacht und waren danach noch selbst archäologisch tätig.
Den Donnerstagabend verbrachten wir mit Musik einer Brassband, die in das Camp kam. Im Anschluss durften einige Schüler mit einem Lehrer, dessen Hobby das Teleskopieren des Sternenhimmels ist, durch sein Teleskop sehen. Der Lehrer, der sich sehr gut auskannte, hat uns viele Sternenbilder erklärt. Wir haben noch bis in die Nacht am Lagerfeuer mit Gitarrenbegleitung gesungen, bevor wir am Freitagmorgen wieder abgereist sind.
Es waren zwei sehr schöne, erlebnisreiche und vor allem vielfältige Tage, in denen wir gemerkt haben, dass man innerhalb der Schule so viele tolle Dinge auf die Beine stellen kann. Nun hoffen wir, dass auch die Schüler und besonders die Lehrer unserer Schule sich engagieren und Ideen einbringen, sodass wir bald nicht mehr nur einen kleinen Projekttag gestalten können, sondern auch andere Aktionen durchführen werden. Denn durch solche Dinge wird eine Schule lebendig!

Sarah Singer, Linda Waldhoff, Nora Streit (Klasse 9b)