UNESCO
Das HMG als UNESCO Projektschule
Das Hans-Multscher-Gymnasium ist seit 2012 eine UNESCO-Projektschule und gehört damit zu über 300 Projektschulen in Deutschland und 11.500 Bildungseinrichtungen weltweit in 182 Ländern. Im Eingangsbereich des Hauptgebäudes steht ein Roll-Up und hängt unsere Urkunde, die diesen besonderen Status dokumentiert und rechts im Foyer finden sich weitere Informationen zu aktuellen Projekten und Partnerschaften an der UNESCO-Wand.
Aber was heißt es eigentlich, UNESCO-Projektschule zu sein?
Projektschulen setzen sich ganz besonders dafür ein, die Leitbilder der UNESCO, der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation umzusetzen. Dafür engagieren sich UNESCO-Projektschulen in 6 Säulen (siehe unten), die alle gemeinsam ein Dach tragen, nämlich die Friedenserziehung. Es geht also grundsätzlich darum, dass Schülerinnen und Schüler lernen, sich im Sinne der UNESCO-Leitidee für eine friedliche Welt einzusetzen: "Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden."
Wir sind stolz darauf, Teil dieser globalen Bewegung zu sein und freuen uns darauf, gemeinsam mit unseren Schülerinnen und Schülern weiterhin an einer friedlicheren und gerechteren Welt zu arbeiten. Hier gehts zur Homepage des Netzwerkes der UNESCO-Schulen in Deutschland.
Neben demokratischen Inhalten und Strukturen im Unterricht, wie z.B. Wahlen und Klassenrat, gehören auch die regelmäßige Teilnahme am Wettbewerb „Jugend debattiert“ dazu. Viele Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse durchlaufen ein Training, um sich sinnvoll und argumentativ sicher mit anderen auseinandersetzen zu können. Zu dieser Säule gehören aber auch die Juniorwahlen, z.B. zu den Bundestags- oder Europawahlen, Podiumsdiskussionen, Vorträge und unsere starke SMV. Im Schulsanitätsdienst lernen Schülerinnen und Schüler, sich für andere zu engagieren und selbstbewusst Hilfe zu leisten. Weiterhin beteiligen wir uns seit 2016 jedes Jahr mit dem Tanz „Break the Chain“ bei der weltweiten Kampagne „ONE BILLION RISING“, die sich für Frauenrechte und somit gegen Misshandlungen von Mädchen und Frauen einsetzt.
Im Schuljahr 2023/24 fand das große Demokratieprojekt „Schule als Staat“ statt. Fast 1Jahr haben Schülerinnen und Schüler allein und in Zusammenarbeit mit dem Kollegium, Projektpatinnen und Projektpaten geplant, Parteien und Firmen gegründet, Geld drucken lassen, ein Parlament gewählt und schließlich am Ende des Schuljahres in und um das Schulgebäude als eigener Staat für 5 Tage regiert, gearbeitet, Steuern gezahlt und „Multscher“ als eigene Währung benutzt.

"One Billion Rising" Flashmob gegen die Gewalt an Frauen und Mädchen - Schule als Staat, "Ansprache des Kanzlers"
Interkulturelles Lernen und das Zusammenleben in Vielfalt sind am HMG lebendig erfahrbar. Seit 1983 pflegen wir einen Austausch mit dem Collège Ferdinand Fabre in der französischer Partnerstadt Bédarieux. Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse haben die Möglichkeit die französische Kultur hautnah kennenzulernen. Im gleichen Schuljahr empfangen wir die französischen Schülerinnen und Schüler hier in Leutkirch, sodass auch sie unsere Schule und Kultur entdecken können. Aus diesen Begegnungen entstehen oft langjährige deutsch-französische Freundschaften. 2024/25 kam die Partnerschule Lycée-Collège Henri IV in Béziers hinzu.
Ab der 10. Klasse bieten wir seit vielen Jahren in Kooperation mit der Geschwister-Scholl-Schule einen Austausch mit der italienischer Partnerstadt Castiglione an.
Ein fester Bestandteil der 5. Jahrgangsstufe ist ein Workshop, in dem die Schülerinnen und Schüler die Gebärdensprache kennenlernen, mehr über die Alltagswelt der Gehörlosen erfahren und mithilfe eines Dolmetschers Fragen stellen können.
Auch der Besuch von Synagogen, Moscheen und Tempeln gehört regelmäßig zu unseren Unterrichtsgängen und fördert das Verständnis für verschiedene Glaubensrichtungen.
Darüber hinaus engagieren sich einige Schülerinnen und Schüler des HMG aktiv bei der jährlich stattfindenden Interkulturellen Woche in Leutkirch, die mit bunten Veranstaltungen ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz setzt.

Jährlicher Gebärdenworkshop - Austausch mit Castiglione (Italien)
Hier geht es nicht nur um die Umwelt und die Bekämpfung des Klimawandels, sondern z.B. auch um bewussten Konsum, Zugang zu gleichberechtigter Bildung, die Beendigung des Hungers und der Armut, ein gesundes Leben und menschenwürdige Arbeit für alle. Schülerinnen und Schüler sollen lernen, Verantwortung zu übernehmen für die Welt, in der wir alle leben:
So beschäftigen sich die 7. Klassen mit der Armut in Leutkirch und packen Weihnachtspakete für den Kinderhilfe-Verein „Ma-gi-ta“.
Der Hans-Multscher-Shop verkauft die „Gute Schokolade“, die nicht nur gut schmeckt und fair produziert wird, für fünf verkaufte Tafeln wird ein Baum gepflanzt und wirkt dem Klimawandel entgegen. I
m Juni/Juli machen wir als Schule ebenfalls beim „Stadtradeln“ mit und verzichten so viel wie möglich auf das Autofahren, um zusätzlich CO2 zu sparen.
Unsere jährlich stattfindende Kleidertauschbörse trägt ebenfalls zum nachhaltigen Konsum bei.
In der 9ten Klassenstufe realisieren die Schülerinnen und Schüler eigene nachhaltige Projekte und hinterlassen einen positiven Handabdruck, um Leutkirch und Umgebung positiv mitzugestalten: TuDu‘s!

Einen Handabdruck hinterlassen - Sieger beim jährlichen Stadtradeln
Global Citizenship ist ein kompliziert klingender Begriff und meint eigentlich etwas sehr Einfaches: Es geht darum, dass wir alle Weltbürgerinnen und Weltbürger sind. Nicht die Abgrenzung zu „den Anderen“ zählt, sondern die Idee, dass es eigentlich auf der ganzen Welt nur eine Gruppe Menschen gibt – UNS. Um das zu erleben, hatten wir über 30 Jahre eine Projektpartnerschaften mit Independencia, Bolivien. Jährlich wurden ca. 5.000€ durch verschiedene Aktionen für ein Internat gesammelt, um damit armen Landschulkindern den Besuch der örtlichen Schule zu ermöglichen.
Seit Ende 2024 bauen wir eine neue Projektpartnerschaft mit dem örtlichen Verein „Tukolere Wamu“ e.V. auf, um eine Schule in Uganda zu unterstützen. Neben dem Sammeln von Geldern durch z.B. einen Spendenlauf, streben wir auch einen Austausch via Briefe und „Chat der Welten“ an, um voneinander zu lernen.

Stand am Markt mit unserem Kooperationspartner "Tukolere Wamu" - 30 Jahre Bolivienaktion
Die Digitalisierung prägt unseren Alltag zunehmend. Moderne Technologien, Künstliche Intelligenz und Kommunikationsplattformen haben unsere Lebensweise und den Umgang miteinander in den letzten Jahren grundlegend verändert. Um unseren Schülerinnen und Schülern zu helfen, verantwortungsbewusst mit dieser digitalen Freiheit umzugehen, haben wir das Schüler-Mentoren-Programm (SMEP) am HMG ins Leben gerufen.
Im Rahmen dieses Programms werden Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren zu Expertinnen und Experten in Medienproduktion, Medienschutz und Medienanalyse ausgebildet. Die „SMEPer“ lernen, eigenverantwortlich eine AG oder ein Projekt zu leiten und geben ihr Wissen an die Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse weiter. Zusätzlich helfen WhatsApp-Klassenregeln, sich in der digitalen Welt besser zurechtzufinden.
Im projektorientierten Unterricht „TuDu's“ in Klasse 9 erlernen die Schülerinnen und Schüler, wie sie Podcasts, kleine Filme und Plakate digital erstellen und sinnvoll nutzen können.

Verschiedene Workshops zum Thema "Podcasts erstellen"
Sich bewusst in der Welt zu bewegen, setzt voraus, dass man ihre Vergangenheit kennt. Für UNESCO-Projektschulen steht das Welterbe besonders im Fokus. Dies zeigt sich beispielsweise in Exkursionen zu den Pfahlbauten in Bad Buchau und dem Limes in Aalen im Rahmen von Projekttagen sowie in der Fahrt der 9. Klassen ins Konzentrationslager Dachau. Hier setzen sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit der deutschen Vergangenheit auseinander und reflektieren, wie wir gemeinsam verhindern können, dass sich die Geschichte nicht wiederholt.
All diese kleinen und großen Projekte, Unternehmungen und Aktionen formen das Hans-Multscher-Gymnasium zu einer weltoffenen und toleranten Schule, aus der kritische, selbstbewusste und offene Menschen hervorgehen. UNESCO-Projektschule zu sein, bedeutet, ganzheitlich zu denken, zu leben und zu handeln. Es ist nicht der Titel, der uns zur UNESCO-Projektschule macht, sondern unsere Einstellungen, die im Einklang mit dem Geist der Vereinten Nationen stehen.

Sitzgelegenheit auf dem Schulhof - Fahrt in die Welterbestätte Dachau

