LERN³ Glossar

Arbeitsmaterialien

Wir bemühen uns, neben klassischen, bewährten auch kreative Lernmaterialen einzubringen und so Abwechslung zu erreichen. Daher finden sich Lern- und Denkspiele, Anschauungsmaterial, Bücher, Arbeitsblätter und vieles mehr im Repertoire. Die Schülerinnen und Schüler finden ihr Material frei zugänglich im Lernhaus, so dass sie auch Zugriff darauf haben, wenn die entsprechende Fachlehrkraft nicht anwesend ist. Es gibt auch besondere Nussknacker-Aufgaben für Experten und Fördermaterialien, wenn jemand noch nacharbeiten muss.

Aufgabenstellung

Auf der Lernwegeliste sind die Aufgaben für ein Thema formuliert, wobei es nicht (nur) darum geht, diese stur abzuarbeiten. Oft gibt es inhaltliche und methodische Auswahlmöglichkeiten - auch was den Schwierigkeitsgrad der Aufgabe angeht. Wichtig zu betonen ist, dass alle Aufgaben dem gymnasialen Leistungsanspruch entsprechen.

Eigenverantwortung

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich darüber im Klaren werden, dass sie nicht für die Schule, sondern für sich selbst lernen. Sie sollen ihre Zeit einteilen lernen und merken, wo ihre Stärken und Schwächen sind. Wer sich z.B. leicht in Mathe tut, kann sich in der IFA Stunde verstärkt um Englisch kümmern. Außerdem sollen die Lernenden mehr und mehr lernen, welche Arbeitsmethoden für sie individuell am effektivsten sind und sich ihren Lernweg im Rahmen der Vorgaben dementsprechend gestalten.

Eltern und Erziehungsberechtigte/ strukturierte Kommunikation

Wir wünschen uns eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern und Erziehungsberechtigen unserer Schülerinnen und Schüler. Dazu dient die strukturierte Kommunikation, insbesondere durch das Lerntagebuch. Einmal wöchentlich sollten die Eltern in das Lerntagebuch schauen und dort unterschreiben. Sie können dort gerne eine Mitteilung für den Tutor oder andere Lehrer hineinschreiben. Auch beim halbjährlichen Tutorengespräch, welches den Elternsprechtag ersetzt, ist ein ausführlicher Austausch vorgesehen. Zu Hause unterstützen Sie Ihr Kind am besten, wenn Sie ihm bei der Planung und Organisation helfen, das fällt mitunter am Anfang schwer.

Graduierung

Damit ein effektives Lernen in der offenen Lernlandschaft möglich ist, muss ein Kind schon gelernt haben, auch dann konzentriert zu arbeiten, wenn es nicht unter unmittelbarer Kontrolle eines Erwachsenen steht. Die Tutoren und Fachlehrkräfte beobachten das Arbeits- und Sozialverhalten der Schülerinnen und Schüler. Wenn ein Lehrer es einem Kind zutraut, effektiv seine Lernzeit auch in der offenen Lernlandschaft gestalten zu können, bestätigt er dies mit einer Unterschrift. Hat ein Schüler vier Lehrerunterschriften erhalten, bekommt er die Berechtigung, in der offenen Lernlandschaft zu arbeiten. Als Auszeichnung dafür dient ein blaues Armband, so dass alle Lehrkräfte im Lernhaus die Berechtigung erkennen. Natürlich kann man das Recht, sich seinen Arbeitsplatz in der offenen Lernlandschaft auszusuchen, auch wieder verlieren.

Hausaufgaben

Selbstverständlich gibt es immer noch Hausaufgaben, meist aber nicht „von heute auf morgen“, sondern mit etwas längerfristiger Planung durch die Lernwegeliste. Wer sich die Aufgaben für die IFA-Stunde gut einteilt, hat es dann zu Hause einfacher. Grundsätzlich sollte aber auch zu Hause geübt und gelernt werden (z.B. Vokabeln oder Mathe-Aufgaben).

Individualisierung

Lernen ist eine persönliche Angelegenheit und dementsprechend individuell. Dieser Erkenntnis der Lernforschung geben wir im Konzept LERN³ besonderen Raum. Entscheidungsmöglichkeiten, eigenes Lerntempo und eine persönliche Lernbegleitung durch den Tutor sind hier wichtige Faktoren.

IFA-Stunde

Individuelles Fächerübergreifendes Arbeiten: Täglich haben die Schülerinnen und Schüler eine Schulstunde Zeit, an ihren Lernzielen individuell zu arbeiten. Diese Zeit ist klar strukturiert und hat besondere Regeln. In IFA sind die Schülerinnen und Schüler nicht alleine, sondern haben stets einen Fachlehrer oder Tutor an der Seite, der bei Bedarf unterstützen kann. Die Lehrkraft kann die IFA Stunde auch dazu nutzen, in Kleingruppen nochmal Stoff zu erklären oder Einzelfragen zu klären. Z.B. auch dann, wenn Kinder aufgrund von Krankheit Unterrichtsstoff versäumt haben.
Gearbeitet wird in der Regel an Aufgaben aus den Hauptfächern, da jeweils eine Stunde pro Woche von jedem Hauptfach für IFA bereitgestellt wird. Die Lernwegelisten sind so ausgelegt, dass diese Stunde Arbeitszeit in der Woche auch für jedes Hauptfach einzuplanen ist. Berechtigte Schülerinnen und Schüler dürfen in der IFA Zeit die Vorteile der offenen Lernlandschaft (vgl. Graduierung) nutzen.

Kompetenzraster

Kompetenzraster schlüsseln verschiedene Stufen bis zum vollständigen Erreichen des Lernziels auf. Klare Formulierungen helfen den Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeiten in einem bestimmten Bereich einzuschätzen. Dabei können sie eigene Produkte oder auch Produkte der Mitschüler bewerten. Auch die Lehrkraft kann dann z.B. bei der Bewertung von Schülerleistungen auf das besprochene Kompetenzraster zurückgreifen. So werden auch Benotungen transparenter.

Leistungsanspruch

Das HMG ist und bleibt ein Gymnasium und dementsprechend dem baden-württembergischen Bildungsplan für Gymnasien verpflichtet. Auch einfachere Aufgaben entsprechen also voll dem gymnasialen Leistungsniveau.

Lernhaus

Unser Neubau besteht aus zwei Etagen, die jeweils ein eigenes Lernhaus für die 5. und 6. Klassenstufe bietet. Das Lernhaus besteht aus vier Klassenräumen und einer großzügigen offenen Lernlandschaft.

Lernstandskontrollen

Diese kurzen Tests sind in der Regel unbenotet. Sie dienen zur Orientierung, wie gut jemand das bisher Erarbeitete verstanden hat. So kann man vor der Klassenarbeit noch einmal intensiver üben oder auch Aufgaben überspringen. Die Lehrkraft erhält dadurch auch die Möglichkeit der Individualisierung, indem sie jedem Kind weitere Empfehlungen geben kann. Außerdem ermittelt die Lehrkraft so, ob vielleicht mehrere Kinder einen Inhalt noch nicht sicher erfasst haben und kann dementsprechend in einer Kleingruppe noch einmal vertiefend erklären. Hierzu lässt sich die IFA Stunde sehr gut nutzen.

Lerntagebuch

Jede/r Lernende bekommt am Anfang des Schuljahr ein persönliches Lerntagebuch. In erster Linie dient es dazu, die Arbeit an den Lernzielen zu planen. Die Lehrkräfte geben jeweils an, bis wann bestimmte Schritte auf der Lernwegeliste fertig sein müssen. Was davon zu Hause oder in der Schule bearbeitet wird, entscheiden die Schülerinnen und Schülern weitgehend selbst. Außerdem soll die Arbeitswoche reflektiert und neue Ziele für die nächste Woche gesteckt werden. Das Lerntagebuch ist auch zentraler Bestandteil der strukturierten Kommunikation zwischen Elternhaus, Lehrern und Schülern, insofern hier leicht schriftlich Kontakt aufgenommen werden kann. Einmal wöchentlich schauen sowohl Eltern und Erziehungsberechtigte sowie die Tutoren in das Lerntagebuch und unterschreiben es.

Lernwegeliste

Auf der Lernwegeliste ist der Unterrichtsgang zu einem Thema aufgeführt. Die Schülerinnen und Schüler erkennen, was wie zu tun ist (also Unterrichtsphasen und Lernziele) und welche Arbeitsmaterialien zur Verfügung stehen. Die Zeitplanung wird gemeinsam eingetragen. Auch über den Schwierigkeitsgrad der Aufgaben und zusätzliche Expertenaufgaben bekommen sie hier Informationen. Darüber hinaus wird erkenntlich, wann Lernstandkontrollen und Klassenarbeiten anstehen. Das bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler stets eine Orientierung über ihren Lernweg haben und so ihre Aufgaben für zu Hause und in der Schule planen können. Dass Dinge von heute auf morgen erledigt werden müssen, sollte also kaum mehr vorkommen.

Offene Lernlandschaft

Im Zentrum eines Lernhauses steht die offene Lernlandschaft. Hier gibt es Einzel- und Kleingruppenarbeitsplätze sowie Orte, um zu schmökern und sich zurückziehen. Schülerinnen und Schüler, die sich im Klassenverbund beim stillen Arbeiten bewährt haben, bekommen die Berechtigung für die offene Lernlandschaft und können dort z.B. in IFA-Stunden arbeiten (vgl. Graduierung).

Orientierung

Um planen zu können und Eigenverantwortung fürs Lernen zu übernehmen, brauchen die Schülerinnen und Schüler einen guten Überblick über ihre Lernziele. Nur so können sie individuelle Ziele stecken. Dazu gehört auch einen Überblick über die Methoden zu bekommen – gewusst wie ist halb gelernt. Sie brauchen außerdem eine klare Vorstellung davon, wie gut sie schon ein Lernziel erreicht haben. Hier arbeiten wir immer öfter mit Kompetenzrastern, damit sich die Schülerinnen und Schüler auch begründet selbst einzuschätzen lernen.

Tutor

Aus den beiden Klassenlehrern werden in LERN³ die beiden Tutoren für eine Klasse. Neben den üblichen Klassengeschäften begleitet ein Tutor „seine“ Schülerinnen und Schüler individuell und intensiv. Er ist der Ansprechpartner für alle schulische Angelegenheiten, gibt Tipps und hat den Überblick darüber, wo das einzelne Kind gerade steht. Im Jahr sind mehrere festgelegte Tutorengespräche eingeplant. Außerdem zeichnet der Tutor auch einmal wöchentlich das Lerntagebuch ab und steht darüber in Kontakt zum Elternhaus.

Tutorengespräch

Mehrmals im Jahr führen die Tutoren mit ihren Schülerinnen und Schülern feste Gespräche. Diese werden von den Schülerinnen und Schülern vorbereitet. Mindestens einmal im Jahr, nach den Halbjahresinformationen, gibt es auch ein gemeinsames Gespräch zwischen Schüler, Eltern und Tutor. Im Blickpunkt dabei ist stets der individuelle Lernfortschritt, so dass auf das Bisherige zurückgeblickt wird, um Erfolge und Stolpersteine herauszufinden. Dann werden auch gemeinsam neue Ziele vereinbart, die dann beim nächsten Gespräch unter die Lupe genommen werden.

Unterrichtsphasen

Uns ist es sehr wichtig, die bewährte methodische Vielfalt des Unterrichtens beizubehalten. Lehrervortrag (Input genannt) und Frontalunterricht, Gruppenarbeit im Klassenplenum, Partner- und Einzelarbeit in gemeinsamen Unterrichtsphasen sind genauso eingeplant wie die eigenständige individuelle Arbeit an unterschiedlichen Inhalten.

Zeitplanung

Innerhalb eines von der Lehrkraft vorgegebenen Zeitrahmens können sich die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeit zeitlich selbst einteilen. Sie entscheiden in der Regel selbst, welche Aufgaben sie in IFA oder zu Hause bearbeiten. Dies bedeutet, dass es Hausaufgaben im klassischen Sinne von heute auf morgen eher selten gibt. Wir streben eine langfristigere, eigenständige Arbeitsplanung an. Die Schülerinnen und Schüler lernen so, dringende von weniger dringenden Aufgaben zu unterscheiden.